Der Winter zeigt seine ganze Kraft. Seit der Nacht auf Freitag, den 9. Januar, prägt Sturmtief Elli den Bahnverkehr in Deutschland. Schnee, Eis und Sturm führen zu massiven Einschränkungen. Besonders betroffen ist der Norden. Der Fern- und Regionalverkehr gerät unter Druck. Die Deutsche Bahn reagiert mit umfangreichen Maßnahmen und warnt vor nicht notwendigen Reisen. Ähnliche Entwicklungen gab es bereits zuvor, als winterliche Wetterlagen den Bahnverkehr belasteten.
Inhaltsverzeichnis:
- Sturmtief Elli in Norddeutschland
- Betroffene strecken und neustart
- Regionalverkehr und städte
- Winterkulanz und fahrgastrechte
- Technische grenzen im winter
Sturmtief Elli in Norddeutschland
Der Fernverkehr in Norddeutschland wird am Freitag vorübergehend eingestellt. Betroffen sind zentrale Achsen zwischen Küste, Metropolen und dem Inland. Die Einschränkungen gelten bundesweit, treffen den Norden jedoch besonders stark. Die Bahn handelt vorsorglich. Bereits am Donnerstagnachmittag, dem 8. Januar, beginnen erste Reduzierungen. Ziel ist der Schutz von Fahrgästen, Mitarbeitenden und Fahrzeugen.
Am Freitagmittag teilt die Deutsche Bahn mit, dass auch in Ostdeutschland die witterungsbedingten Beeinträchtigungen zunehmen. Weitere Einschnitte sind möglich. Je nach Wetterlage werden einzelne Strecken vollständig gesperrt. Der Betrieb bleibt volatil. Entscheidungen erfolgen kurzfristig.
Betroffene strecken und neustart
Am Samstagmittag soll der Fernverkehr schrittweise wieder anlaufen. Zuerst verkehren Fernzüge auf der Achse Berlin–Hannover–Ruhrgebiet. Dennoch bleiben zahlreiche Verbindungen außer Betrieb. Dazu zählen Strecken zwischen Hamburg und Kopenhagen, Amsterdam und Hannover sowie Westerland oder Kiel und Hamburg. Auch Relationen wie Binz oder Rostock nach Berlin und Norddeich oder Emden Richtung Hannover und Ruhrgebiet werden nicht bedient. Solche Ausfälle verstärken den Trend, dass Verspätungen im Fernverkehr zunehmen.
Am Freitag sind unter anderem folgende Fernstrecken eingestellt
- Westerland oder Kiel und Hamburg
- Binz oder Stralsund oder Rostock und Berlin
- Norddeich oder Emden und Hannover oder Ruhrgebiet
- Hamburg und Berlin
- Hannover und Berlin
- Hannover und Frankfurt oder Würzburg
- Berlin und Kassel-Wilhelmshöhe
Zusätzlich reduziert die Bahn auf einzelnen Schnellfahrstrecken die Höchstgeschwindigkeit. Die Fahrzeit verlängert sich um bis zu 30 Minuten. Grund ist der Schutz vor Eisabwurf an Zügen und Infrastruktur. Anschlussverluste bleiben möglich.
Regionalverkehr und städte
Bis Sonntag, den 11. Januar, sind weitere Verspätungen und Teil-Ausfälle im Regionalverkehr wahrscheinlich. Betroffen sind Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Auch Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg melden Einschränkungen zwischen Freitag und Samstag. Vereiste Fahrzeuge führen zu reduzierten Kapazitäten.
In Braunschweig fährt am Samstagmorgen keine Straßenbahn. Im Norden treten zusätzlich Probleme auf mehreren S-Bahn-Linien auf. Die Bahn empfiehlt, Verbindungen vor der Abfahrt zu prüfen. Das ist über bahn.de, die DB-Navigator-App oder telefonisch unter 030 2970 möglich. Eine kostenfreie Sonder-Hotline ist unter 08000 996633 erreichbar.
Winterkulanz und fahrgastrechte
Für Tickets, die bis einschließlich 7. Januar für Fahrten zwischen dem 8. und 10. Januar gekauft werden, gilt eine Sonderkulanz. Die Zugbindung ist aufgehoben. Eine alternative Streckenführung ist erlaubt. Sitzplatzreservierungen lassen sich kostenfrei stornieren. Gesetzliche Fahrgastrechte gelten bis hin zur Ticketerstattung. Regelungen zur Kulanz und zu Erstattungen knüpfen an frühere Modelle an, etwa bei flexiblen Stornierungen von Bahntickets.
Innerhalb der Europäischen Union greifen die EU-Fahrgastrechte. Diese Regeln sichern Information, Erstattung und Ersatzbeförderung. Ab 60 Minuten Verspätung am Ziel besteht Anspruch auf 25 Prozent Erstattung des einfachen Fahrpreises. Ab 120 Minuten sind es 50 Prozent. Bei Extremwetter gibt es keine zusätzliche Entschädigung, jedoch Erstattung oder Ersatz. Nachts zwischen 0 und 5 Uhr ist bei mindestens 60 Minuten Verzögerung die Nutzung eines Taxis bis 120 Euro möglich, sofern vorher Kontakt zur Bahn besteht. Übernachtungskosten werden bei Unzumutbarkeit erstattet. Belege für Zusatzkosten sollten vollständig aufbewahrt werden.
Technische grenzen im winter
Extreme Wetterlagen lassen sich technisch nicht vollständig beherrschen. Weichen, Oberleitungen und Strecken mit Schneeverwehungen reagieren besonders sensibel. Von 65.000 Weichen im Netz sind rund 49.000 beheizt. Dennoch können Eisbrocken oder starker Schneefall mit Wind Blockaden verursachen. Manuelle Räumungen werden nötig.
Gefrierender Regen bildet dicke Eisschichten an Oberleitungen. Dann fließt kein Strom. Abhilfe schafft meist nur ein Wetterumschwung. Bei Schneeverwehungen türmt sich Schnee auf den Gleisen. Die Bahn reduziert in solchen Fällen die Geschwindigkeit oder setzt zusätzliche Fahrzeuge ein, darunter schwere Dieselloks als Spurloks und Schneepflüge. Der Betrieb wird angepasst, um Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten.
Quelle: REISEREPORTER, SN2 WORLD
FAQ
Was ist die Ursache für das Winterchaos im Bahnverkehr?
Ursache ist das Sturmtief Elli, das seit der Nacht auf Freitag, den 9. Januar, mit Schnee, Eis und Sturm weite Teile Deutschlands betrifft und den Bahnverkehr massiv einschränkt.
Welche Regionen sind besonders vom Sturmtief Elli betroffen?
Besonders stark betroffen sind Norddeutschland und Teile Ostdeutschlands, wo sowohl der Fernverkehr als auch der Regionalverkehr der Deutschen Bahn zeitweise eingeschränkt oder eingestellt wurden.
Warum wurde der Fernverkehr in Norddeutschland eingestellt?
Der Fernverkehr wurde aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt, um Fahrgäste, Mitarbeitende und Fahrzeuge vor Gefahren durch Eis, Schnee, Sturm und mögliche Schäden an der Infrastruktur zu schützen.
Wann soll der Fernverkehr wieder aufgenommen werden?
Die Deutsche Bahn plant, den Fernverkehr ab Samstagmittag schrittweise wieder aufzunehmen, beginnend mit der Achse Berlin–Hannover–Ruhrgebiet.
Welche Auswirkungen hat das Winterwetter auf die Fahrzeiten?
Auf einzelnen Schnellfahrstrecken wurde die Höchstgeschwindigkeit reduziert, wodurch sich die Fahrzeit um bis zu 30 Minuten verlängern kann.
Bis wann sind Einschränkungen im Regionalverkehr zu erwarten?
Nach Angaben der Deutschen Bahn kann es voraussichtlich bis Sonntag, den 11. Januar, zu Verspätungen und Teil-Ausfällen im Regionalverkehr kommen.
Welche Sonderregelungen gelten für Bahntickets während des Winterchaos?
Für Tickets, die bis einschließlich 7. Januar für Fahrten zwischen dem 8. und 10. Januar gekauft wurden, ist die Zugbindung aufgehoben und eine flexible Nutzung erlaubt.
Welche Fahrgastrechte gelten bei Verspätungen und Zugausfällen?
Innerhalb der Europäischen Union gelten die EU-Fahrgastrechte, darunter Erstattungen ab 60 Minuten Verspätung sowie Ersatzbeförderung oder Rückerstattung bei Zugausfällen.
Warum kann die Bahn bei extremem Winterwetter nicht normal weiterfahren?
Weichen, Oberleitungen und Streckenabschnitte reagieren empfindlich auf Eis, Schneeverwehungen und gefrierenden Regen, wodurch technische Störungen entstehen, die nur eingeschränkt beherrschbar sind.
Welche Maßnahmen ergreift die Deutsche Bahn bei starkem Schneefall?
Die Bahn reduziert Geschwindigkeiten, setzt Schneepflüge und schwere Dieselloks ein und führt manuelle Räumarbeiten durch, um die Sicherheit und Stabilität des Betriebs zu gewährleisten.