Berlin erlebt eine Phase intensiver Bautätigkeit im Schienenverkehr. Neue Strecken, Tunnelabschnitte und zusätzliche Bahnhöfe verändern in den kommenden Jahren das Netz. Mehrere Projekte erreichen nun konkrete Zeitmarken, obwohl viele Planungen seit Jahrzehnten laufen. Die Aussagen von Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, zeigen, wie komplex und langwierig der Ausbau der Infrastruktur ist. Zwei bis drei ausgewählte Entwicklungen lassen sich zudem mit überregionalen Themen des Bahnverkehrs verknüpfen, etwa über Hinweise wie mehr dazu hier.
Inhaltsverzeichnis:
- S21 am Hauptbahnhof
- Tunnel am Brandenburger Tor
- Knotenpunkt Gleisdreieck
- Wiederbelebung der Stammbahn
- Regionalzüge auf dem Südring
- Siemensstadt und die Reaktivierung nach Gartenfeld
- Neue Bahnhöfe im Osten
- Stettiner Bahn
S21 am Hauptbahnhof
Der erste Abschnitt der neuen Nord-Süd-Strecke rückt näher. Die Inbetriebnahme der S15 zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof ist für den 28. März 2026 vorgesehen. Die Tunnelstation an der Invalidenstraße benötigt jedoch zusätzliche Planung für die Stromversorgung. Kaczmarek beschreibt diese Anpassung als notwendige Nacharbeit. Die Strecke soll langfristig die bestehende Nord-Süd-Achse entlasten. Parallel zur Baustrecke werden Daten aus anderen Projekten analysiert, um Verzögerungen zu vermeiden, wozu auch Entwicklungen im Regionalverkehr gehören, wie sie in Themenfeldern ähnlich wie hier zu sehen sind.
Tunnel am Brandenburger Tor
Der zweite Bauabschnitt umfasst das Teilstück Hauptbahnhof bis Potsdamer Platz. Es ist ein technisch anspruchsreiches Gebiet. 19 Denkmalbereiche, 102 Baudenkmale und mehrere geschützte Gartenflächen liegen im Umfeld. Kaczmarek erwartet den Planfeststellungsbeschluss im Jahr 2026. Danach folgen drei bis vier Jahre Finanzierungsabstimmung mit dem Bund. Die Bauzeit beträgt laut Unterlagen sieben Jahre. Der derzeitige Nord-Süd-Tunnel muss für zwei Jahre außer Betrieb genommen werden. Jeder Schritt erfolgt unter strengen Auflagen. Die Bahn rechnet frühestens Mitte bis Ende der 2030er-Jahre mit der Fertigstellung.
Knotenpunkt Gleisdreieck
Der dritte Abschnitt ist noch offen. Der Berliner Senat klärt die Bebauung an den Parkrändern des Gleisdreiecks. Die Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe haben bereits ein gemeinsames Konzept entwickelt. Kaczmarek geht davon aus, dass sich hier einer der wichtigsten Umsteigepunkte der Stadt bilden kann. Die Planung hängt jedoch von den Entscheidungen zur Stadtentwicklung ab. Trotz Verzögerungen bleibt der Standort ein vorrangiger Projektbaustein. In anderen Regionen verlaufen vergleichbare Bauvorhaben ähnlich langsam, was Entwicklungen wie zobacz tutaj unterstreichen.
Wiederbelebung der Stammbahn
Die Stammbahn gilt als älteste Eisenbahnstrecke Preußens. Der Abschnitt wurde 1945 unterbrochen. Die Vorplanung läuft bis Anfang 2027, mit einer möglichen Wiedereröffnung im Jahr 2038. Zwischen Schöneberg, Steglitz und Zehlendorf sollen mehrere Haltepunkte entstehen. Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Das Projekt soll die Stadtbahn in der Berliner Mitte entlasten. Der erforderliche Milliardenbetrag steht noch aus. Trotz der offenen Fragen bleibt die Idee auf der Agenda.
Regionalzüge auf dem Südring
Ein Teil des Südrings ist nun in die Vorplanung zur Stammbahn einbezogen. Regionalzüge aus Potsdam könnten künftig vom Südkreuz weiter zum Ostkreuz oder nach Baumschulenweg fahren. Damit würde die Nord-Süd-Achse entlastet und die Leistungsfähigkeit des Gesamtnetzes erhöht. Wo in Neukölln der neue Halt entstehen soll, ist noch nicht festgelegt. Zur Wahl stehen Hermannstraße oder der bestehende S-Bahnhof Neukölln. Beide Varianten werden geprüft.
Siemensstadt und die Reaktivierung nach Gartenfeld
Die stillgelegte Strecke zwischen Jungfernheide und Gartenfeld wird bis 2029 reaktiviert. Die Investitionen belaufen sich auf 600 Millionen Euro. Der Bahnhof Gartenfeld wird eingehaust, um Lärm zu minimieren. Die Trasse gilt rechtlich überwiegend als aktiv, weshalb nur in Jungfernheide ein langes Planfeststellungsverfahren nötig ist. Die Bahn arbeitet mit mehreren Firmen zusammen, um die Strecke termingerecht abzuschließen.
Neue Bahnhöfe im Osten
Mehrere Bauvorhaben betreffen den Osten Berlins. Köpenick erhält einen neuen Regionalbahnsteig. Die Fertigstellung verschiebt sich jedoch auf Februar 2028. Der neue Bahnhof Fangschleuse entsteht schneller und soll im Dezember 2026 öffnen. Der Bau begann 2024. Das Projekt dient vor allem der besseren Anbindung des Tesla-Werks. Kaczmarek bezeichnet dieses Tempo als Beleg dafür, dass Deutschland auch schnell bauen kann.
Stettiner Bahn
Die Strecke nach Szczecin ist ein Beispiel für lange Verzögerungen. Der Austausch alter Brücken in Pankow und umliegenden Gemeinden läuft seit Jahren. Der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung des Abschnitts Angermünde bis Szczecin ziehen sich ebenfalls. Die Bahn rechnet erst Ende 2027 mit dem Abschluss der Arbeiten ab Passow. Naturschutzvorgaben wie Brutgebiete des Schreiadlers begrenzen die Bauzeiten stark.
Der Ausbau des Berliner Bahnnetzes ist geprägt von langen Vorplanungen, strengen Vorgaben und komplexen Abstimmungen. Trotz Verzögerungen kommen mehrere Projekte voran. Neue Streckenabschnitte, modernisierte Bahnhöfe und reaktivierte Trassen verändern das Schienennetz dauerhaft und schaffen zusätzliche Kapazitäten für die Hauptstadtregion.
Quelle: BERLINER ZEITUNG, MILEKCORP