Frost bremst Bauarbeiten zwischen Berlin und Hamburg
Frost bremst Bauarbeiten zwischen Berlin und Hamburg, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg gerät ins Stocken. Der geplante Abschluss Ende April ist nicht mehr haltbar. Die Deutsche Bahn bestätigte, dass sich die Bauarbeiten wegen der Winterwitterung auf unbestimmte Zeit verzögern. Ein neuer Termin soll am 13. März vorgestellt werden. Seit August läuft dort die größte Bahnbaustelle Deutschlands. Täglich nutzen rund 30.000 Fahrgäste diese Verbindung. 470 Züge des Regional-, Fern- und Güterverkehrs verkehren üblicherweise auf der Strecke. Derzeit ist sie vollständig gesperrt. Details zur aktuellen Sperrung Hamburg–Berlin zeigen die Auswirkungen im Netz.

Inhaltsverzeichnis

Gerd-Dietrich Bolte und DB InfraGO

Bauprobleme durch Frost

Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Vorstand bei der Infrastrukturtochter DB InfraGO, erklärte, dass es seit sechs Wochen bei den Kabelanlagen praktisch keinen Fortschritt gebe. Der Boden sei bis zu 70 Zentimeter tief gefroren. Dadurch konnten Leitungen nicht verlegt werden.

Besonders betroffen sind:

  • Signalanlagen
  • Oberleitungen
  • Kabelsysteme

Diese Bereiche weisen große Probleme auf. Gleise, Weichen und Schallschutzwände sind hingegen fast vollständig installiert. Signalanlagen, Oberleitungen und Bahnsteige sind etwa zur Hälfte fertiggestellt. Ähnliche Entwicklungen werden unter mehr hier dokumentiert.

Oliver Hermann und Wittenberge in Brandenburg

Kritik aus der Prignitz

Oliver Hermann, Bürgermeister von Wittenberge in der Prignitz, kritisierte die unbestimmte Verzögerung deutlich. Das Fehlen eines neuen Termins sei das größte Problem. Für Pendler sei die Situation ein Desaster.

Er kündigte an, sich an das Land Brandenburg zu wenden. Die Landesregierung müsse von der Bahn Klarheit einfordern. Besonders die Region Prignitz sei stark von der Sperrung betroffen. Zugleich nehmen laut aktuellen Berichten die Verspätungen im Fernverkehr weiter zu.

Umleitung über Stendal und Uelzen

Längere Fahrzeiten seit August

Seit Beginn der Arbeiten wird der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch im Durchschnitt um 45 Minuten. Statt 2 Verbindungen pro Stunde fährt nur noch 1 Zug pro Stunde. Die Halte Ludwigslust und Wittenberge entfallen vollständig.

Die Arbeiten sollten ursprünglich am 30. April abgeschlossen sein. Noch vor einer Woche hatte ein Sprecher erklärt, dass die Generalsanierung trotz Winterwetters planmäßig beendet werde. Diese Einschätzung wurde nun korrigiert.

Bereits im November hatte die Bahn mitgeteilt, dass die Sanierung im Zeitplan liege. In der ersten Phase wurden laut Angaben:

  1. 164 Kilometer Gleise erneuert
  2. 270 Signale modernisiert
  3. 12 Bahnsteige saniert

Im nächsten Schritt standen Bahnhöfe sowie Signal- und Stellwerkstechnik im Mittelpunkt.

Ziele der Deutschen Bahn

Mit der Generalsanierung will die Deutsche Bahn die Pünktlichkeit erhöhen und strukturbedingte Störungen reduzieren. Die Verbindung zwischen Hamburg und Berlin zählt zu den wichtigsten Direktstrecken Deutschlands. Täglich verkehren dort rund 470 Züge.

Wie lange sich die Wiedereröffnung verschiebt, ist offen. Auch die Höhe möglicher Mehrkosten konnte Gerd-Dietrich Bolte nicht beziffern. Weitere Informationen sollen am 13. März folgen.

Weitere Hintergründe zur Infrastruktur der Deutschen Bahn finden sich auf der offiziellen Seite der DB InfraGO
https://www.dbinfrago.com/dofollow

FAQ

Warum verzögern sich die Bauarbeiten auf der Strecke Berlin–Hamburg?

Die Arbeiten verzögern sich wegen der Winterwitterung. Der Boden war bis zu 70 Zentimeter tief gefroren, wodurch bei den Kabelanlagen seit sechs Wochen praktisch kein Fortschritt möglich war.

Welche Bereiche der Baustelle sind besonders betroffen?

Vor allem Signalanlagen, Oberleitungen und Kabelsysteme bereiten Probleme. Gleise, Weichen und Schallschutzwände sind hingegen fast vollständig verlegt. Signalanlagen, Oberleitungen und Bahnsteige sind etwa zur Hälfte fertiggestellt.

Wie wirkt sich die Sperrung auf Reisende aus?

Der Fernverkehr wird über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Fahrzeit verlängert sich im Durchschnitt um 45 Minuten. Statt zwei Verbindungen pro Stunde gibt es nur noch eine. Die Halte Ludwigslust und Wittenberge entfallen vollständig.

Wann wird ein neuer Zeitplan vorgestellt?

Ein neuer Zeitplan soll am 13. März präsentiert werden. Wie lange sich die Wiedereröffnung insgesamt verschiebt, ist bislang nicht bekannt.

Wie stark ist die Strecke Hamburg–Berlin normalerweise belastet?

Nach Angaben der Deutschen Bahn verkehren dort täglich rund 470 Züge des Regional-, Fern- und Güterverkehrs. Etwa 30.000 Fahrgäste nutzen die Verbindung pro Tag.

Quelle: RBB24, SN2 WORLD