Umbaupläne der Bahn ab 2026 im Fokus
Umbaupläne der Bahn ab 2026 im Fokus, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Der Jahreswechsel bringt für die deutsche Verkehrspolitik keinen Neustart, sondern eine Fortsetzung bekannter Probleme. Das Schienennetz gilt als überlastet. Der Fernverkehr bleibt unpünktlich. Gleichzeitig rückt ein festes Datum näher. 2026 soll bei der Deutschen Bahn der umfassende Umbau beginnen. Die Lage passt zu einer Krise im deutschen Bahnnetz, die sich seit Jahren zuspitzt. Politik und Konzernführung sprechen offen über Defizite und geplante Schritte. Mehrere Maßnahmen sind bereits konkret benannt.

Zu den zentralen Punkten zählen:

  • sinkende Pünktlichkeit seit 3 bis 4 Jahren
  • umfangreiche Baustellen bis mindestens 2029
  • Investitionen in Service, Sicherheit und Sauberkeit

Inhaltsverzeichnis:

Evelyn Palla und Deutsche Bahn

Die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla steht im Mittelpunkt der aktuellen Strategie. Bekannt wurde sie zuletzt auch durch eine Webserie, in der Zugbegleiterin Tina von Anke Engelke gespielt wird. Dort heißt es wörtlich:
„Liebe Gäste, wir erreichen den Hauptbahnhof Hannover heute 15 Minuten früher, alle Anschlüsse werden erreicht.“

Kurz darauf wird diese Ankündigung zurückgenommen. Die Kampagne erhielt viel Lob, aber auch zynische Kritik. Inhaltlich spiegelt sie den Bahn-Alltag wider. Palla erklärte im Bild-Talk:
„Da schwebt natürlich das Thema Pünktlichkeit im Raum. Da sehen wir seit drei, vier Jahren einen Rückgang. Es wird jetzt darum gehen, die Pünktlichkeit zu stabilisieren, die Talsohle zu erreichen und die Pünktlichkeit nach oben zu bringen.“

Übersetzt bedeutet das keine schnelle Verbesserung. Auch im neuen Jahr wird der Fernverkehr nicht deutlich pünktlicher, wie sich bereits bei Verspätungen im Fernverkehr gezeigt hat.

Patrick Schnieder und Fernverkehr

Der politische Rahmen kommt aus dem Bundesverkehrsministerium. Patrick Schnieder nennt konkrete Zielwerte. Bis 2029 sollen im Fernverkehr 70 Prozent der ICE- und Intercity-Züge planmäßig fahren. Zuletzt lag der Wert bei 60 Prozent.

Der Minister bleibt vorsichtig. Er sagte:
„Ich glaube, es wird ein hartes Stück Arbeit. Weil man sehen muss, dass wir in den kommenden Jahren sehr viele Baustellen haben werden, um die Infrastruktur zu verbessern. Das bringt natürlich Folgeprobleme mit sich.“

Ein Beispiel ist die Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Wegen der laufenden Generalsanierung verlängern sich die Fahrzeiten noch bis Mai deutlich. Solche Eingriffe prägen aktuell den Alltag, etwa bei einer Sperrung Hamburg–Berlin. Baustellen bleiben damit ein strukturelles Risiko für den Fahrplan.

DB Navigator und Baustellenplanung

Um Folgen besser abzufedern, arbeitet eine gemeinsame Gruppe aus Politik, Bahnunternehmen und Verbänden. Bis zum Frühjahr sollen Vorschläge vorliegen. Ziel ist eine bessere Abstimmung paralleler Baustellen. Ebenso wichtig ist die Information der Kunden.

Im Fokus steht dabei die App DB Navigator. Verspätungen sollen dort zuverlässiger und früher angezeigt werden. Die Verlässlichkeit der Information gilt als ebenso entscheidend wie die tatsächliche Pünktlichkeit. Konkrete technische Änderungen wurden noch nicht benannt, der Zeitrahmen ist jedoch klar definiert.

Tarek Al-Wazir und Konzernstruktur

Parallel zum Betrieb plant die Bahn interne Reformen. Palla kündigte an, zahlreiche Managerstellen in der Zentrale abzubauen. Der Konzern soll schlanker werden. Für Sofortprogramme sind 140 Millionen Euro vorgesehen.

Das Geld fließt unter anderem in

  • mehr Sicherheit an Bahnhöfen
  • saubere Toiletten und Züge
  • eine bessere Verfügbarkeit der Bordbistros

Palla betonte dazu:
„Wir wollen aber trotzdem, dass bei den Fahrgästen ankommt, dass sich bei der Bahn was verändert, dass etwas besser wird.“
Auch sagte sie:
„Es geht auch um die Verfügbarkeit der Bordbistros. Jeder soll sich einen Kaffee und ein Baguette kaufen können.“

Unterstützung kommt aus dem Bundestag. Tarek Al-Wazir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, erklärte im ARD- und ZDF-Morgenmagazin:
„Die Bahn hat sich in den letzten 30 Jahren in ihren unterschiedlichen Konzernteilen zu einem System entwickelt, was kaum noch zu steuern ist.“
Und weiter:
„Offensichtlich will die neue Bahn-Chefin nun Entscheidungen wieder nach unten geben, das ist auf jeden Fall richtig.“

Die Erwartungen an 2026 sind hoch. Der Umbau soll Strukturen verändern, nicht sofort die Pünktlichkeit. Ob das erfolgreiche Modell aus Pallas früherer Tätigkeit bei DB Regio auf den gesamten Konzern übertragbar ist, bleibt offen. In der Branche wird diese Frage mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Quelle: TAGESSCHAU, SN2 WORLD

FAQ

Was soll 2026 bei der Deutschen Bahn passieren?

Im Jahr 2026 soll bei der Deutschen Bahn ein umfassender Umbau beginnen, der Strukturen im Konzern verändert und langfristig die Verlässlichkeit des Zugverkehrs verbessern soll.

Warum bleibt der Fernverkehr weiterhin unpünktlich?

Die Pünktlichkeit leidet seit drei bis vier Jahren unter einem maroden Schienennetz und zahlreichen Baustellen, die bis mindestens 2029 andauern.

Welche Ziele nennt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder?

Patrick Schnieder erwartet, dass bis 2029 rund 70 Prozent der ICE- und Intercity-Züge planmäßig fahren, nachdem der Wert zuletzt bei etwa 60 Prozent lag.

Welche Rolle spielt die App DB Navigator?

Die App DB Navigator soll Fahrgäste künftig früher und zuverlässiger über Verspätungen informieren und damit die Planbarkeit von Reisen verbessern.

Wofür sind die 140 Millionen Euro Sofortprogramme vorgesehen?

Die Mittel werden für mehr Sicherheit an Bahnhöfen, saubere Toiletten und Züge sowie eine bessere Verfügbarkeit der Bordbistros eingesetzt.

Warum wird die Konzernstruktur der Bahn verändert?

Die Konzernstruktur gilt als schwer steuerbar, weshalb zahlreiche Managerstellen abgebaut und Entscheidungsprozesse stärker nach unten verlagert werden sollen.

Was erwarten Fahrgäste kurzfristig vom Bahn-Umbau?

Kurzfristig wird keine deutliche Verbesserung der Pünktlichkeit erwartet, sondern vor allem mehr Verlässlichkeit, Transparenz und etwas höherer Komfort.