Zugverspätung auf der Strecke Kiel-Hamburg
Zugverspätung auf der Strecke Kiel-Hamburg, Foto: Pixabay

Immer mehr Reisende berichten von langen Verzögerungen und ausgefallenen Fahrten. Die Deutsche Bahn kämpft seit Monaten mit massiven Problemen im Regional- und Fernverkehr. Betroffen sind vor allem die Strecken im Norden.

Inhaltsverzeichnis:

Regionalbahn RE70 zwischen Kiel und Hamburg

Nur etwa ein Drittel der Züge auf der Verbindung Kiel–Hamburg war im vergangenen Jahr pünktlich. Die Linie RE70 gilt damit als eines der größten Sorgenkinder im Netz. Signalstörungen gehören hier zum Alltag. Fahrgäste hören regelmäßig Durchsagen wie „Unsere Weiterfahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit“.

Viele Pendler haben wegen dieser Situation das Vertrauen verloren. Einige stiegen bereits wieder auf das Auto um. Damit sinkt die Attraktivität des Schienenverkehrs deutlich, obwohl er klimafreundlicher und sicherer ist.

Geplante Kürzungen bei ICE-Verbindungen

Interne Konzernunterlagen deuten darauf hin, dass Fernverbindungen aus Schleswig-Holstein reduziert werden sollen. Geplant ist der Wegfall der ICE-Strecken von Kiel nach Köln, München und Basel. Auch Lübeck könnte vollständig aus dem Fernverkehr verschwinden.

Offiziell widerspricht die Deutsche Bahn. Das Unternehmen spricht von „Anpassungen“ und betont, es handle sich nicht um einen Kahlschlag. Doch die Zweifel bleiben groß, da bereits auf den bestehenden Linien massive Ausfälle auftreten.

Wichtige Punkte:

  1. Pünktlichkeit auf der RE70 liegt nur bei rund 33 %.
  2. ICE-Verbindungen von Kiel in den Süden sollen wegfallen.
  3. Lübeck droht der Verlust aller Fernzüge.
Geplante Kürzungen bei ICE-Verbindungen
Geplante Kürzungen bei ICE-Verbindungen, Foto: Pixabay

Erlebnisse von Reisenden in Kiel

Die Probleme sind nicht abstrakt. Sie betreffen Tausende Pendler täglich. In Kiel kam es zu einer kompletten Zugpause von über einer Stunde. Erst nach 60 Minuten setzte sich der Zug rückwärts in Bewegung und kehrte in den Bahnhof zurück.

Passagiere mussten hektisch auf einen anderen RE70 umsteigen. Dabei stießen viele, darunter ältere Menschen mit Rollator, an ihre Grenzen. Besonders belastend war die fehlende Information durch das Personal. Die Stille im Zug wurde zur resignierten Gewissheit, dass keine Lösung in Sicht war.

Folgen für Fahrgäste und Ticketpreise

Die Stimmung unter Reisenden ist angespannt. Telefonate im Zug zeigen, wie stark das Vertrauen gelitten hat. „Deutsche Bahn“ wird inzwischen fast sprichwörtlich mit Verspätung und Frust verbunden. Die Ankündigung steigender Kosten für das Deutschlandticket verschärft die Unzufriedenheit zusätzlich.

Immer mehr Menschen empfinden Bahnfahren nicht nur als Transportmittel, sondern als Geduldsprobe. Für viele gleicht es einem täglichen Test der inneren Ruhe.

Quelle: NDR