Ausfälle und Verzögerungen im Berliner S-Bahn-Verkehr
Ausfälle und Verzögerungen im Berliner S-Bahn-Verkehr, Pixabay/Foto illustrativ

In den letzten Tagen kam es bei der Berliner S-Bahn zu zahlreichen Störungen, Zugausfällen und Verzögerungen. Auch am Dienstag war der Betrieb erheblich eingeschränkt. Die zuständige Verkehrssenatorin Ute Bonde kündigte daraufhin ein Krisengespräch mit den Verantwortlichen an.

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Treffen von Ute Bonde mit Deutscher Bahn

Für Mittwoch hat Ute Bonde Vertreter der S-Bahn und der Deutschen Bahn zu einem Gespräch eingeladen. Sie erwartet ein Maßnahmenpaket, das schnell umgesetzt wird. Nach ihren Angaben sei die derzeitige Situation für die Berliner Bevölkerung nicht tragbar. Ersatzteile seien teilweise nicht mehr verfügbar, doch die Bahn müsse den Betrieb dennoch sicherstellen. Bonde machte deutlich, dass sie sich nicht auf Lösungen in den 2030er Jahren vertrösten lasse.

  • Einladung an Verantwortliche von S-Bahn und Deutscher Bahn
  • Forderung nach Maßnahmen zur kurzfristigen Stabilisierung
  • Hinweis auf mögliche Kürzungen von Geldern durch den Senat

Kritik von Antje Kapek und den Grünen

Die Grünen-Verkehrspolitikerin Antje Kapek warf Bonde vor, die Krise zu spät erkannt zu haben. Seit mehr als einem Jahr warnen die Grünen vor einer Verschlechterung der Lage. Kapek forderte, dass die Senatorin von der Infrastrukturgesellschaft InfraGo eine klare Zusicherung erhalte, dass die Probleme zügig behoben werden.

Ursachen der Ausfälle laut Pro Bahn

Der Fahrgastverband Pro Bahn machte die veraltete Technik verantwortlich. Landesvorsitzender Martin Pogatzki erklärte, dass in den letzten Jahrzehnten an Personal und Technik gespart wurde. Ein defektes Stellwerk in Bellevue legte am Montag den Betrieb teilweise lahm. Die Anlage wurde inzwischen repariert.

Weitere technische Probleme

  • Reparaturarbeiten an Signalen in Lichtenberg, Mahlsdorf, Köllnische Heide und Hohen Neuendorf
  • Ausfälle auf den Linien S1, S8, S45, S46 und S47
  • Eingeschränkter Verkehr auf den Linien S5 und S7

Am Dienstagmorgen kam es erneut zu Verspätungen und Einschränkungen. Nach Abschluss der Arbeiten normalisierte sich der Verkehr im Laufe des Vormittags weitgehend.

Eingreifen des Senats und Folgen für Fahrgäste

Bonde wandte sich zusätzlich an den Bundesverkehrsminister und an die Bahn-Strukturgesellschaft InfraGo. Der Senat behält sich vor, finanzielle Mittel zu kürzen, wenn die vereinbarten Leistungen nicht erbracht werden. Damit soll Druck auf die Verantwortlichen ausgeübt werden, den S-Bahn-Betrieb zu stabilisieren.

Für Fahrgäste bedeutet die Situation weiterhin Belastung durch unregelmäßige Fahrpläne, längere Wartezeiten und kurzfristige Ausfälle. Eine schnelle Umsetzung der geforderten Maßnahmen soll Abhilfe schaffen.

Quelle: RBB24