Schnellere Verbindungen und weniger Stopps im neuen Bahnfahrplan
Schnellere Verbindungen und weniger Stopps im neuen Bahnfahrplan, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Ab Sonntag tritt bei der Deutschen Bahn ein umfassender neuer Fahrplan in Kraft. Fahrgäste profitieren von 14 zusätzlichen ICE-Sprinter-Verbindungen, doch es gibt auch Kürzungen im Fernverkehr. Der bundeseigene Konzern reagiert damit auf veränderte Nachfrage, Bauarbeiten und betriebliche Herausforderungen. Trotz gestiegener Kosten verzichtet die Bahn im Jahr 2025 auf Preiserhöhungen.

Inhaltsverzeichnis:

Berlin–Stuttgart in unter fünf Stunden

Ein zentrales Highlight des neuen Fahrplans ist die neue Sprinter-Strecke zwischen Berlin und Stuttgart. Die Züge halten nur in Nürnberg und erreichen ihr Ziel in 4 Stunden und 45 Minuten, rund eine Stunde schneller als bisher. Weitere neue Verbindungen betreffen die Routen

  • Berlin–München
  • Hamburg–Frankfurt (Main)

Diese Hochgeschwindigkeitsverbindungen sollen die Attraktivität des Fernverkehrs steigern und Engpässe im Liniennetz reduzieren. Einige bisherige Sprinter-Verbindungen, etwa drei tägliche Züge zwischen Berlin und Köln, werden jedoch gestrichen. Der Grund sind Bauarbeiten, unter anderem im Raum Stuttgart. Näheres dazu finden Sie unter Großbaustelle bei Stuttgart sorgt für Einschränkungen im Bahnverkehr.

Reduzierte Angebote zwischen Leipzig und Nürnberg

Auch andere Regionen spüren Anpassungen im Fahrplan. Die Strecke Leipzig–Nürnberg über Jena wird deutlich ausgedünnt. Die Zahl der täglichen Fernzüge sinkt von fünf auf zwei pro Richtung.

Weniger Fernzüge zwischen Leipzig und Nürnberg wegen geringer Auslastung
Weniger Fernzüge zwischen Leipzig und Nürnberg wegen geringer Auslastung, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

 Nach Angaben der Bahn lag die Auslastung auf einzelnen Fahrten bei nur zehn Prozent. In Lübeck und Berchtesgaden werden künftig keine Fernverkehrszüge mehr halten. Diese Entscheidung folgt aus einer Kombination aus niedriger Nachfrage und gestiegenen Betriebskosten. Ähnliche strukturelle Anpassungen sind auch in anderen Teilen des Netzes zu erwarten, wie jüngst in der sich verschärfenden Krise im deutschen Bahnnetz berichtet wurde.

ICE-Halbstundentakt für 21 Städte

Ein Schwerpunkt liegt auf der Verdichtung der Takte auf stark frequentierten Linien. Laut Bahn werden künftig 21 Städte im Halbstundentakt von ICE-Zügen angefahren – doppelt so viele wie bisher. Zu den neuen Linien gehören:

  1. Hamburg – Hannover – Kassel
  2. Berlin – Halle – Erfurt
  3. Erfurt – Nürnberg – München

Ziel ist es, Fahrpläne zu vereinheitlichen und die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Start- und Zielbahnhöfe, Zwischenhalte und Taktzeiten sollen künftig klarer strukturiert werden. Alle Fahrten einer Linie sollen möglichst mit derselben ICE-Baureihe erfolgen. Das System orientiert sich damit stärker an dem Prinzip urbaner S-Bahn-Netze. Weitere Informationen zu geplanten Veränderungen im Bahnnetz finden Sie unter neuer Fahrplan der Deutschen Bahn bringt große Veränderungen.

ICE L startet 2025 zwischen Berlin und Köln

Im Jahr 2025 wird die Fernverkehrsflotte um den neuen ICE L erweitert. Diese Züge ermöglichen einen stufenlosen Einstieg und erhöhen damit den Komfort für Reisende. Zunächst werden sie zwischen Berlin und Köln verkehren. Ab Mai folgt der Einsatz zwischen Berlin, Hamburg und Westerland, ab Juli auch auf der Strecke Frankfurt – Nordrhein-Westfalen – Sylt. Tickets für den neuen Fahrplan sind seit Mitte Oktober erhältlich. Die Bahn bestätigt, dass die Preise trotz steigender Betriebskosten stabil bleiben. Dieser Schritt soll die Kundenzufriedenheit stärken und den Wettbewerb im europäischen Fernverkehr sichern. Mit diesen Änderungen verfolgt die Deutsche Bahn das Ziel, den Fernverkehr effizienter, schneller und verlässlicher zu gestalten. Der neue Fahrplan kombiniert Ausbau auf Hauptstrecken mit gezielten Kürzungen auf schwach ausgelasteten Linien. Das Jahr 2025 markiert damit einen wichtigen Schritt in der Modernisierung des deutschen Schienennetzes.

Quelle: Berliner Morgenpost

FAQ

Wann tritt der neue Fahrplan der Deutschen Bahn in Kraft?

Der neue Fahrplan der Deutschen Bahn gilt ab Sonntag, dem 15. Dezember 2025, im gesamten Fernverkehr.

Welche neuen Verbindungen werden eingeführt?

Insgesamt werden 14 neue ICE-Sprinter-Verbindungen eingeführt, unter anderem zwischen Berlin und Stuttgart, Berlin und München sowie Hamburg und Frankfurt (Main).

Wie schnell ist der neue ICE-Sprinter zwischen Berlin und Stuttgart?

Die neue Verbindung benötigt nur 4 Stunden und 45 Minuten und ist damit rund eine Stunde schneller als bisherige Verbindungen.

Welche Strecken werden gestrichen?

Weniger genutzte Linien wie Berlin–Köln sowie Leipzig–Nürnberg über Jena werden reduziert oder gestrichen. Auch Lübeck und Berchtesgaden verlieren ihre Fernverkehrshalte.

Wird es Preisänderungen bei Bahntickets geben?

Nein, trotz steigender Betriebskosten erhöht die Deutsche Bahn im Jahr 2025 keine Ticketpreise im Fernverkehr.

Was bedeutet der neue ICE-Halbstundentakt?

Ab dem Fahrplanwechsel werden 21 Städte alle 30 Minuten von ICE-Zügen bedient, etwa doppelt so viele wie bisher. Das betrifft Strecken wie Hamburg–Hannover–Kassel oder Berlin–Halle–Erfurt.

Wann startet der neue ICE L?

Der ICE L wird ab 2025 zunächst auf der Strecke Berlin–Köln eingesetzt. Weitere Einsätze folgen im Mai zwischen Berlin, Hamburg und Westerland sowie ab Juli zwischen Frankfurt, Nordrhein-Westfalen und Sylt.

Warum werden bestimmte Verbindungen gestrichen?

Die Bahn begründet die Kürzungen mit niedriger Nachfrage und gestiegenen Kosten. Auf manchen Strecken lag die Auslastung teilweise nur bei zehn Prozent.

Wo kann man Tickets für den neuen Fahrplan kaufen?

Tickets sind seit Mitte Oktober 2025 über die offiziellen Verkaufsstellen der Deutschen Bahn erhältlich, sowohl online als auch in den Reisezentren.