Die Pläne für den Bau einer neuen Bahntrasse zwischen Hamburg und Hannover sorgen in Niedersachsen für breite Diskussionen. Mehrere Bundestagsabgeordnete aus der Region sprechen sich klar gegen das Projekt aus, während einzelne Stimmen Unterstützung signalisieren. Die Deutsche Bahn hat Ende Juni einen Vorschlag vorgelegt, der eine komplett neue Strecke vorsieht. Darüber soll noch in diesem Jahr zunächst der Verkehrsausschuss und danach der Bundestag entscheiden.
Inhaltsverzeichnis:
- Ablehnung im Wahlkreis Harburg
- Unterschiedliche Positionen im Wahlkreis Rotenburg I – Heidekreis
- Weitere Stimmen aus Celle – Uelzen und Hannover-Land I
- Zustimmung im Wahlkreis Lüchow-Dannenberg – Lüneburg
- Übersicht der Positionen der Abgeordneten
Ablehnung im Wahlkreis Harburg
Cornell Babendererde (CDU) und Svenja Stadler (SPD) kündigen an, im Bundestag gegen den Neubau zu stimmen. Beide vertreten den Wahlkreis Harburg. Babendererde hält das Projekt für unnötig und betont, dass ein Ausbau der bestehenden Trassen ausreichend wäre. Sie kritisiert zudem mangelnde Transparenz seitens der Deutschen Bahn. Stadler stellt den Schutz der Natur und die Einhaltung demokratischer Absprachen in den Vordergrund. Auch sie befürwortet den Ausbau bestehender Strecken, da dies ökologisch und wirtschaftlich sinnvoller sei.
Unterschiedliche Positionen im Wahlkreis Rotenburg I – Heidekreis
Lars Klingbeil (SPD) äußerte sich aktuell nicht direkt, verweist jedoch auf seine langjährige Ablehnung des Neubaus. Er unterstützt die von Ministerpräsident Olaf Lies vorgeschlagene Generalsanierung. Vivian Tauschwitz (CDU) vermeidet eine klare Position. Sie fordert vollständige Informationen zu Flächenbedarf und Umweltauswirkungen, bevor eine Entscheidung im Bundestag möglich sei. Die bisherige Kommunikation der Bahn bewertet sie als unzureichend.
Weitere Stimmen aus Celle – Uelzen und Hannover-Land I
Henning Otte (CDU) musste sein Mandat niederlegen, bleibt jedoch inhaltlich gegen den Neubau eingestellt. Er setzt sich für den Ausbau bestehender Strecken ein. Hendrik Hoppenstedt (CDU) will seine Haltung erst nach Vorlage der Stellungnahme des Verkehrsministeriums festlegen. AfD-Abgeordneter Dirk Brandes lehnt den Neubau klar ab und verweist auf frühere Vereinbarungen, die den Ausbau der Bestandsstrecken vorsahen.
Zustimmung im Wahlkreis Lüchow-Dannenberg – Lüneburg
Jakob Blankenburg (SPD) sieht in der Neubaustrecke eine strategische Chance, besonders im Hinblick auf den steigenden Güterverkehr durch die geplante Fehmarnbelt-Querung. Er argumentiert, dass weniger Menschen und Naturschutzflächen betroffen wären als bei alternativen Routen. Julia Verlinden (Grüne) unterstützt die Pläne ebenfalls. Sie bezeichnet die Argumente der Bahn als überzeugend und fordert eine zügige Beratung im Bundestag. Gleichzeitig spricht sie sich für eine Modernisierung der Bestandsstrecke aus.
Übersicht der Positionen der Abgeordneten
| Wahlkreis | Abgeordnete/r | Partei | Position zum Neubau | Alternative vorgeschlagen |
|---|---|---|---|---|
| Harburg | Cornell Babendererde | CDU | Gegen | Ausbau bestehender Strecken |
| Harburg | Svenja Stadler | SPD | Gegen | Ausbau bestehender Strecken |
| Rotenburg I – Heidekreis | Lars Klingbeil | SPD | Gegen | Generalsanierung |
| Rotenburg I – Heidekreis | Vivian Tauschwitz | CDU | Unentschieden, fordert mehr Informationen | Noch keine Angabe |
| Celle – Uelzen | Henning Otte | CDU | Gegen | Ausbau bestehender Strecken |
| Hannover-Land I | Hendrik Hoppenstedt | CDU | Noch keine Stellungnahme | Noch keine Angabe |
| Hannover-Land I | Dirk Brandes | AfD | Gegen | Ausbau bestehender Strecken |
| Lüchow-Dannenberg – Lüneburg | Jakob Blankenburg | SPD | Für | Neubau |
| Lüchow-Dannenberg – Lüneburg | Julia Verlinden | Grüne | Für | Modernisierung Bestandsstrecke |
Der Bundestag wird voraussichtlich noch in diesem Jahr über die Pläne abstimmen. Eine einfache Mehrheit reicht für die Entscheidung aus.
Quelle: Bahnblogstelle