Nach langen Monaten mit Einschränkungen durch fehlendes Personal fährt der Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen wieder stabiler. Ab Samstag setzt das Unternehmen National Express auf mehreren wichtigen Linien zusätzliche Züge ein. Auch die Eurobahn hat ihr Angebot erweitert und plant weitere Schritte im September und Oktober.
Inhaltsverzeichnis:
- National Express erhöht Fahrten zwischen Aachen und Dortmund
- Eurobahn plant Ausweitung auf Linien zwischen Münster und Osnabrück
- DB Regio mit doppelter Ausbildungskapazität
- Verkehrsverbund Rhein-Ruhr fordert stabile Pläne
National Express erhöht Fahrten zwischen Aachen und Dortmund
National Express, das zweitgrößte Bahnunternehmen in NRW, bringt ab Samstag fünf Linien zurück zum normalen Fahrplan. Es handelt sich um:
- RE 4 Aachen – Düsseldorf – Dortmund
- RE 6 Minden – Dortmund – Köln
- RE 7 Rheine – Köln – Krefeld
- RE 11 Düsseldorf – Kassel
- RB 48 Wuppertal – Köln – Bonn
Michael Hetzer, Geschäftsführer von National Express, erklärte, dass die Lage beim Personal deutlich besser sei. Neue Lokführer wurden angeworben und geschult, zusätzlich erhielt das Personal Qualifikationen für Ersatzstrecken. Besonders abends und am Wochenende stehen wieder mehr Züge zur Verfügung.
Eurobahn plant Ausweitung auf Linien zwischen Münster und Osnabrück
Auch die Eurobahn hat ihr Angebot ausgeweitet. Seit Ende der Sommerferien fahren die Regionalbahn-Linien zwischen Münster, Bielefeld und Paderborn wieder regulär. Beim RE 3 von Hamm nach Duisburg läuft die Rückkehr zum Vollbetrieb schrittweise.
Ab Mitte September wird auch der Maas-Wupper-Express RE 13 von Venlo über Düsseldorf nach Hamm wieder vollständig verkehren. Im Oktober sollen zwei weitere Strecken folgen:
- RB 66 Teuto-Bahn Münster – Osnabrück
- RB 65 Ems-Bahn Münster – Rheine
Anne Mathieu, Vorsitzende Geschäftsführerin von Eurobahn, betont, dass seit April 2024 zahlreiche Maßnahmen zur Personalgewinnung umgesetzt wurden. Diese Strategie zeige nun Wirkung.
DB Regio mit doppelter Ausbildungskapazität
Beim größten Bahnunternehmen in NRW, DB Regio, wurde die Ausbildung von Lokführern massiv verstärkt. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Kapazität für Aus- und Weiterbildung verdoppelt. Dadurch waren auf den Linien von DB Regio kaum Kürzungen notwendig.
Ein Sprecher erklärte, dass ein stabiler Bahnbetrieb die Grundlage sei, um Fahrgäste zu halten und neue zu gewinnen. Lokführer gelten dabei als entscheidende Ressource.
Verkehrsverbund Rhein-Ruhr fordert stabile Pläne
Die Verkehrsverbünde in Nordrhein-Westfalen hoffen, dass mit dem Jahreswechsel 2025 die ausgedünnten Fahrpläne vollständig Geschichte sind. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr betonte, dass nur so viele Züge im Plan stehen dürfen, wie mit dem vorhandenen Personal zuverlässig gefahren werden können. Spontane Ausfälle wegen fehlender Lokführer sollen künftig die absolute Ausnahme bleiben.
Die jüngsten Investitionen zeigen, dass die Bahnunternehmen in NRW deutliche Fortschritte erzielen. Für die Fahrgäste bedeutet dies, dass der Alltag im Regionalverkehr wieder planbarer wird.
Quelle: DIE ZEIT