Nach dem gewaltsamen Tod eines 36-jährigen Zugbegleiters in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz Anfang Februar erhöht die Deutsche Bahn ihre Sicherheitsmaßnahmen. In Berlin kamen Vertreter aus Politik, Unternehmen und Gewerkschaften zusammen. Sie vereinbarten einen Aktionsplan. Ziel ist ein besserer Schutz für Beschäftigte und mehr Prävention auf Bahnhöfen und in Zügen. Der Sicherheitsgipfel fand unter Leitung von DB-Chefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder statt.
Inhaltsverzeichnis
- Evelyn Palla und Patrick Schnieder in Berlin
- Bodycams und Prio-Ruf bei Deutsche Bahn
- Deutschlandticket und Ticketkontrollen ab 1. März
- Karl-Peter Naumann und Andreas Roßkopf zur Sicherheit
Evelyn Palla und Patrick Schnieder in Berlin
Evelyn Palla und Patrick Schnieder verständigten sich mit Arbeitnehmervertretern und der Verkehrsbranche auf einen „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“. Das Treffen fand in Berlin statt. Beteiligt waren auch Vertreter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft sowie der Sicherheitsbehörden.
Der Plan umfasst mehrere Maßnahmen
- Einführung zusätzlicher Bodycams
- Weiterentwicklung des „Prio-Ruf“
- Anpassung der Ticketkontrollen
- Mehr Sicherheitspersonal auf Bahnhöfen
- Prüfung erweiterter Videoüberwachung
Damit reagiert das Unternehmen auf steigende Fallzahlen. Laut Bundesinnenministerium wurden 2025 insgesamt 55.025 Straftaten im Bahnbereich registriert. 2024 waren es 53.297. Die Zahl der Gewaltdelikte lag 2025 bei 27.818. Davon betrafen 5.615 Fälle Bundespolizisten und 2.689 Beschäftigte der Deutschen Bahn. Bereits zuvor hatte die Bahn ein Sicherheitsprogramm angekündigt.
Bodycams und Prio-Ruf bei Deutsche Bahn
Noch 2025 sollen Mitarbeitende mit Kundenkontakt im Nah- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen freiwillig Bodycams erhalten. Im Regionalverkehr werden sie bereits genutzt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fordert seit Längerem einen flächendeckenden Einsatz mit Bild und Ton. Damit sollen auch verbale Übergriffe dokumentiert werden.
Zusätzlich wird der Hilferuf-Knopf „Prio-Ruf“ technisch weiterentwickelt. Er ermöglicht eine unauffällige Alarmierung der Leitstelle. Diese informiert Polizei oder Rettungskräfte. Auch die persönliche Schutzausrüstung wird überprüft und angepasst.
| Maßnahme | Zweck | Status |
|---|---|---|
| Bodycams | Dokumentation von Übergriffen | Einführung 2025 |
| Prio-Ruf | Alarmierung bei Gefahr | Weiterentwicklung geplant |
| Schutzkleidung | Eigenschutz | Überarbeitung angekündigt |
Deutschlandticket und Ticketkontrollen ab 1. März
Bei DB Regio entfällt ab 1. März die generelle Pflicht zur Ausweiskontrolle bei Ticketprüfungen. Künftig entscheidet das Zugpersonal selbst, ob ein Ausweis verlangt wird. Das Prinzip lautet Eigensicherung vor Prüfung.
Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, fordert ein optisch einheitliches Deutschlandticket mit Lichtbild. Patrick Schnieder kündigte an, sich für den verstärkten Einsatz von Zweierteams bei Kontrollen einzusetzen. Im Beschlusstext ist bisher nur von mehr Personal die Rede. Ende März soll die Verkehrsministerkonferenz Details beraten. Dort geht es auch um eine fälschungssichere Gestaltung des Deutschlandtickets. Zur Entwicklung des Ticketsystems und den geplanten Reformen mehr hier.
Karl-Peter Naumann und Andreas Roßkopf zur Sicherheit
Die Deutsche Bahn plant den Einsatz von 200 zusätzlichen Sicherheitskräften der DB Sicherheit auf Bahnhöfen. Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, hatte dies gefordert. Er sprach sich für ausreichend öffentlich finanzierte und gut ausgebildete Kräfte aus.
Parallel fordert Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei für den Bereich Bundespolizei, zusätzliches Personal. Ihm zufolge fehlen rund 3.500 Beamtinnen und Beamte an Bahnhöfen und Haltepunkten. Die Bundespolizei benötige zudem eine rechtliche Grundlage für Kontrollen auch ohne konkreten Tatverdacht. Im Zusammenhang mit strengeren Regeln wird auch auf das Messerverbot an Bahnhöfen verwiesen.
Geplant ist außerdem der Ausbau der Videoüberwachung. Aufzeichnungen sollen verstärkt mit Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, um auffälliges Verhalten früher zu erkennen. Ein Beispiel ist der Bahnhof Südkreuz in Berlin, an dem entsprechende Systeme getestet werden. Weitere Informationen zu Sicherheitskonzepten im Bahnverkehr veröffentlicht das Bundesinnenministerium.
Die Maßnahmen sollen Personal entlasten, Eskalationen reduzieren und Straftaten frühzeitig erkennen.
FAQ
Was ist der „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“?
Der Aktionsplan ist ein Maßnahmenpaket, das von Evelyn Palla und Patrick Schnieder gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern und der Verkehrsbranche beschlossen wurde, um die Sicherheit für Beschäftigte der Deutschen Bahn sowie für Fahrgäste zu erhöhen.
Ab wann werden Bodycams bei der Deutschen Bahn eingesetzt?
Noch im Jahr 2025 sollen Mitarbeitende mit Kundenkontakt im Nah- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen freiwillig mit Bodycams ausgestattet werden. Im Regionalverkehr werden sie bereits genutzt.
Was ändert sich bei Ticketkontrollen ab dem 1. März?
Bei DB Regio entfällt ab dem 1. März die generelle Pflicht zur Ausweiskontrolle. Künftig entscheidet das Zugpersonal im Rahmen der Eigensicherung selbst, ob ein Ausweis verlangt wird.
Wie viele zusätzliche Sicherheitskräfte sind geplant?
Die Deutsche Bahn plant den Einsatz von 200 zusätzlichen Sicherheitskräften der DB Sicherheit auf Bahnhöfen, um die Präsenz vor Ort zu erhöhen.
Wie viele Straftaten wurden 2025 im Bahnbereich registriert?
Laut Bundesinnenministerium wurden im Jahr 2025 insgesamt 55.025 Straftaten im Bahnbereich erfasst, darunter 27.818 Gewaltdelikte.
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei der Videoüberwachung?
Die Aufzeichnungen aus Zügen und Bahnhöfen sollen verstärkt mithilfe von Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, um auffälliges Verhalten frühzeitig zu erkennen. Ein Test läuft unter anderem am Bahnhof Berlin Südkreuz.
Quelle: SN2 WORLD, TAGESSPIEGEL