ICE-Zug der Deutschen Bahn während des neuen Komfortprogramms im Fernverkehr
ICE-Zug der Deutschen Bahn während des neuen Komfortprogramms im Fernverkehr, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Mehr Sauberkeit. Mehr funktionierende Technik. Mehr verlässliche Bordgastronomie. Der Staatskonzern reagiert auf Kritik im Fernverkehr. Die Deutsche Bahn investiert zusätzlich 20 Millionen Euro in ein Sofortprogramm für mehr Komfort in ICE- und Intercity-Zügen. Gleichzeitig gibt es eine zweite positive Nachricht für Reisende. Ein neuer Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer sichert eine streikfreie Zeit bis mindestens Ende 2027.

Inhaltsverzeichnis

Michael Peterson 20 Millionen Euro

„Rund 20 Millionen Euro nehmen wir für mehr Sauberkeit, ein verlässlicheres Gastroangebot und eine höhere Verfügbarkeit von Bordanlagen in diesem Jahr zusätzlich in die Hand“, sagt Vorstand Michael Peterson. Er kündigt schnelle Verbesserungen an. Fahrgäste sollen Veränderungen unmittelbar bemerken.

Das Programm trägt den Namen „Mehr Komfort in den Zügen des Fernverkehrs“. Es ist eines von drei Vorhaben zur Steigerung der Kundenzufriedenheit. Hintergrund sind anhaltende Probleme im Netz, darunter Verspätungen im Fernverkehr. Kurzfristige Verbesserungen bei der Pünktlichkeit gelten als schwer umsetzbar. Deshalb konzentriert sich das Unternehmen auf direkt spürbare Maßnahmen.

Parallel läuft ein weiteres Sonderprogramm an Bahnhöfen. Dort werden Sauberkeit und Sicherheit verstärkt. 2024 erhalten 1400 Stationen einen Frühjahrsputz. Im Vorjahr waren es 700. Mehr Personal ist vorgesehen. Details zu strukturellen Veränderungen finden sich auch im Kontext von Umbau bei der Bahn.

Patrick Schnieder und 220 Reinigungskräfte

Mit dem Sofortprogramm setzt das Unternehmen eine Forderung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder von der CDU um. Er erklärt, Verbesserungen würden gezielt umgesetzt. Der Fokus liegt auf Hygiene und Verlässlichkeit.

Mobile Reinigungskräfte sorgen in ICE-Zügen für mehr Sauberkeit während der Fahrt
Mobile Reinigungskräfte sorgen in ICE-Zügen für mehr Sauberkeit während der Fahrt, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die Zahl der mobilen Reinigungskräfte wird verdoppelt. Auf stark genutzten Strecken sind künftig 220 Mitarbeitende im Einsatz. Sie beseitigen Abfall und reinigen Toiletten während der Fahrt. Zusätzlich stehen an großen Knotenbahnhöfen Sonderteams bereit. Diese reinigen wöchentlich die Teppiche in 60 ICE-Zügen.

Auch die Bordgastronomie wird neu organisiert. Die Logistik für Speisen und Getränke soll stabiler werden. Vorräte sollen nicht mehr vorzeitig ausgehen. Besonders betroffen waren lange Strecken. Künftig werden Fachkräfte in Frankfurt, Hamburg, München und Berlin stationiert. Sie reparieren Kaffeemaschinen und beheben Defekte an Zugtoiletten. Technische Hintergründe zur Modernisierung finden sich hier. Eine Übersicht über Investitionen bietet zudem die Analyse zu Schieneninvestitionen der Bundesregierung.

GDL und Mario Reiß Tarifvertrag bis 2027

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Damit wird es 2026 und 2027 keine Bahnstreiks geben. Die Laufzeit beträgt 24 Monate.

Erstmals seit 2018 wurde ein Abschluss ohne Warnstreiks erzielt. Der frühere GDL-Vorsitzende Claus Weselsky hatte regelmäßig Arbeitskämpfe geführt. Sein Nachfolger Mario Reiß verzichtete auf öffentliche Eskalation. Beide Seiten vereinbarten Vertraulichkeit während der Verhandlungen.

Die Vereinbarung enthält mehrere Punkte

  • 5 Prozent mehr Lohn in zwei Stufen
  • 700 Euro Einmalzahlung im April für rund 10.000 Beschäftigte
  • Neue Entgeltgruppe für Mitarbeitende mit mehr als 35 Berufsjahren
  • Höhere Zulagen

Nach Vertragsende beginnt eine dreimonatige Friedenspflicht. Diese Zeit dient weiteren Verhandlungen. Die größere Bahngewerkschaft EVG hat einen Vertrag bis Ende 2027.

Karin Dohm und Aufsichtsrat

Unruhe gibt es im Finanzressort des Konzerns. Laut „Süddeutscher Zeitung“ soll Finanzvorständin Karin Dohm das Unternehmen nach drei Monaten wieder verlassen. Sie habe sich mit dem Konzernbetriebsrat überworfen.

Die Abberufung soll in einer Aufsichtsratssitzung formal beschlossen werden. Nach Informationen des „Spiegel“ hat sie Anspruch auf eine Abfindung in Höhe von zwei Jahresgehältern. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Damit stehen neben Investitionen in Sauberkeit und Technik auch personelle Veränderungen im Fokus des Konzerns. Für Fahrgäste entscheidend bleiben jedoch funktionierende Toiletten, verfügbare Bordgastronomie und ausbleibende Streiks.

FAQ

Wie viel investiert die Deutsche Bahn in das Komfortprogramm?

Die Deutsche Bahn stellt zusätzlich 20 Millionen Euro für mehr Sauberkeit, verlässliche Bordgastronomie und funktionierende Bordanlagen im Fernverkehr bereit.

Wie viele mobile Reinigungskräfte werden eingesetzt?

Auf stark genutzten Strecken sind künftig 220 mobile Reinigungskräfte im Einsatz, die während der Fahrt Abfall beseitigen und Toiletten reinigen.

Was beinhaltet der neue Tarifvertrag mit der GDL?

Der Vertrag sieht 5 Prozent mehr Lohn in zwei Stufen, 700 Euro Einmalzahlung für rund 10.000 Beschäftigte sowie strukturelle Verbesserungen vor und läuft 24 Monate.

Bis wann sind Streiks ausgeschlossen?

Durch die Laufzeit des Tarifvertrags und die anschließende Friedenspflicht sind Streiks mindestens bis Ende 2027 ausgeschlossen.

 Quelle: Berliner Morgenpost, Patizonet