Brand in Hirschaid legt ICE-Strecke lahm
Brand in Hirschaid legt ICE-Strecke lahm, pixabay/Foto illustrativ

Ein technisches Provisorium verzögert den Zugverkehr auf einer der zentralsten Bahnverbindungen Deutschlands erheblich. Nach einem Brand in einer Unterführung in Hirschaid nahe Bamberg müssen Reisende mit längeren Einschränkungen rechnen als bisher angenommen. Die Deutsche Bahn kündigte am Mittwoch an, dass die Reparaturarbeiten voraussichtlich bis Sonntagabend andauern werden.

Inhaltsverzeichnis:

Deutsche Bahn muss große Hilfsbrücken einbauen

Der Brand in der Unterführung der Heinrichstraße hat schwerere Schäden verursacht als zunächst vermutet. Ursprünglich plante die Deutsche Bahn, kleinere Hilfsbrücken zu verwenden, um die Strecke schnell wieder freizugeben. Bei näherer Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass diese Lösung nicht ausreicht. Stattdessen müssen zwei große Behelfsbrücken installiert werden.

Der Einbau dieser Konstruktionen ist technisch aufwendig. Die dafür nötige Planung sowie die Umsetzung verlängern die Sperrung der Strecke. Die Bahn rechnet nun mit einem Abschluss der Arbeiten frühestens am Sonntagabend. Eine schnelle Wiederaufnahme des regulären Verkehrs ist dadurch nicht möglich.

Auswirkungen auf den Fernverkehr

Die ICE-Züge zwischen München und Berlin verkehren derzeit nur stündlich und mit erheblichen Verspätungen. Aufgrund einer großräumigen Umleitung über Würzburg kommt es zu Verzögerungen von bis zu 100 Minuten. Besonders betroffen sind folgende Streckenpunkte:

  • Coburg
  • Bamberg
  • Erlangen

Diese Halte entfallen aktuell vollständig. Zudem kann es auf weiteren Abschnitten in Bayern zu Einschränkungen kommen, insbesondere in:

  • Augsburg
  • Donauwörth
  • Treuchtlingen

Die Umleitungen belasten das Streckennetz stark. Deshalb müssen einzelne Verbindungen ganz gestrichen werden. Das betrifft unter anderem:

  1. IC-Verbindungen zwischen Kassel und Gera (bis einschließlich Donnerstag)
  2. Verbindungen zwischen Leipzig und Nürnberg

Ermittlungen wegen Brandstiftung

Das Feuer war in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Unterführung ausgebrochen. Laut Polizeiangaben wurden Paletten und Holzlatten absichtlich in Brand gesetzt. Die Feuerwehr war schnell vor Ort, konnte den Brand aber nicht verhindern.

Die Bamberger Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung. Hinweise auf ein gezieltes Vorgehen zur Lahmlegung der Bahnverbindung gibt es jedoch bisher nicht. Der Sachschaden wird auf 25.000 Euro geschätzt. Die tatsächlichen Kosten, vor allem im Bereich des Bahnverkehrs, dürften jedoch ein Vielfaches dieser Summe betragen.

Folgen für Pendler und Reisende

Tausende Fahrgäste sind täglich auf der betroffenen ICE-Strecke unterwegs. Durch die Störungen müssen sie derzeit mit längeren Reisezeiten, Zugausfällen und verpassten Anschlüssen rechnen. Die Deutsche Bahn bietet zwar Informationen und Hilfestellung, dennoch bleiben erhebliche Einschränkungen bestehen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Zwei große Hilfsbrücken notwendig
  • Arbeiten dauern voraussichtlich bis Sonntagabend
  • Bis zu 100 Minuten Verspätung
  • Mehrere Halte entfallen
  • Ermittlungen wegen Brandstiftung laufen

Die Wiederherstellung der Strecke bleibt eine logistische und technische Herausforderung. Bis zur vollständigen Instandsetzung bleibt Geduld gefragt.

Quelle: Bild