Die Deutsche Bahn plant in Kornwestheim ein neues Gebäude mit 23 Metern Höhe und 914 Quadratmetern Grundfläche. Die Stadt lehnt den Standort am Personenbahnhof ab und kritisiert die fehlende Einbindung in die Planungen. Oberbürgermeister Nico Lauxmann kündigt politische und rechtliche Schritte an.
Inhaltsverzeichnis:
- Streit um Standort Kornwestheim
- Kritik von Daniel Güthler und Nico Lauxmann
- Reaktion der Deutschen Bahn
- Nächste Schritte der Stadt Kornwestheim
Streit um Standort Kornwestheim
Die Bahn will das Gebäude zwischen Busbahnhof und Beethovenstraße errichten. Es soll moderne Stellwerkstechnik aufnehmen und wird von der Bahn als notwendiger Bestandteil der kritischen Infrastruktur bezeichnet. Die Höhe entspricht einem achtgeschossigen Wohnhaus. Für die Stadtverwaltung bedeutet der Standort jedoch ein städtebauliches Problem. Erster Bürgermeister Daniel Güthler spricht von einer „verheerenden“ Wirkung auf das Stadtbild.
Seit Jahren versucht Kornwestheim, das Vorhaben zu verhindern. Man bot der Bahn Alternativflächen an, darunter ein Grundstück am südlichen Ende der Stadt. Auch Flächen innerhalb bestehender Bahnareale wurden vorgeschlagen. Alle Vorschläge wurden von der Bahn abgelehnt oder unbeachtet gelassen.
Kritik von Daniel Güthler und Nico Lauxmann
Daniel Güthler machte den Konflikt vor Kurzem öffentlich. Er betont, dass man den Bau nicht grundsätzlich ablehne, sondern nur den geplanten Standort. Die Stadtverwaltung sei bereit, über einen Flächentausch zu verhandeln.
Oberbürgermeister Nico Lauxmann wirft der Bahn mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. Trotz enger Verbindungen durch den Umschlagbahnhof und vergangene Kooperationen habe es kein Dialogangebot gegeben. Lauxmann erinnert daran, dass die Stadt der Bahn Flächen für eine Baustelleneinrichtung zur Verfügung gestellt hatte. Nun fühle man sich übergangen.
Reaktion der Deutschen Bahn
Die Bahn verweist auf standardisierte Vorgaben. Da es sich um ein Projekt der kritischen Infrastruktur handelt, sei eine enge Beteiligung der Kommune nicht möglich. Das Eisenbahnbundesamt entscheidet letztlich über den Bau. Die Stadt hat nur das Recht, Stellungnahmen abzugeben, aber keine direkte Einflussmöglichkeit.
Die Argumentation der Bahn hat den Unmut in Kornwestheim weiter verschärft. Laut Lauxmann gehe man mit einem Partner nicht auf diese Weise um. Er betont, dass Kornwestheim stolz auf seine Rolle als Eisenbahnerstadt sei, gleichzeitig aber auch Respekt vor den Belangen der Kommune erwarte.
Nächste Schritte der Stadt Kornwestheim
Die Stadt will den Bau weiterhin verhindern. Oberbürgermeister Lauxmann kündigte an, Abgeordnete auf Bundes- und Landesebene einzuschalten. Auch rechtliche Mittel sollen geprüft werden. Parallel bleibt man gesprächsbereit, sollte die Bahn doch noch auf die Vorschläge eingehen.
- Geplantes Gebäude: 23 Meter hoch, 914 Quadratmeter groß.
- Standort: Freifläche zwischen Busbahnhof und Beethovenstraße.
- Stadt bietet Alternativflächen an, Bahn lehnt ab.
- Entscheidung liegt beim Eisenbahnbundesamt.
- Stadt bereitet politische und rechtliche Schritte vor.
Damit bleibt der Streit zwischen Kornwestheim und der Deutschen Bahn ungelöst. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob es zu einem Dialog oder zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt.
Quelle: STUTTGARTER NACHRICHTEN